„Der Mond ist aufgegangen“ — die Melodie zu diesem Lied hat ein Lüneburger geschrieben. Johann Abraham Peter Schulz wurde am 31. März 1747 in dieser Stadt geboren. Zu seinem 277. Geburtstag, am 31. März 2024, sind Sassen der Schlaraffia Auf der Heide vor sein Geburtshaus getreten und haben ihm ein Ständchen gesungen. Passanten stimmten mit ein.
Wer Johann Abraham Peter Schulz war
Schulz wurde am 31. März 1747 in Lüneburg geboren und starb am 10. Juni 1800 in Schwedt. Er war Komponist, Kapellmeister und Musikpädagoge — und einer jener Tonsetzer, deren Namen weniger bekannt sind als ihre Melodien.
Von ihm stammen zwei Weisen, die bis heute fast jeder mitsingen kann:
- die Melodie zum „Abendlied“ von Matthias Claudius — „Der Mond ist aufgegangen“
- die Melodie zu „Ihr Kinderlein, kommet“
Eine häufige Verwechslung sei hier gleich ausgeräumt: „Alle Jahre wieder“ ist nicht von Schulz, sondern von Friedrich Silcher. Die Zuschreibung an Schulz hält sich zäh — sie stimmt nicht.
Zwei Orte in der Stadt
Wer Schulz in Lüneburg aufsuchen will, findet ihn an zwei Stellen:
- sein Geburtshaus in der Waagestraße, das eine Tafel kennzeichnet
- seine Büste am Marienplatz
Beide liegen in der Altstadt und sind zu Fuß leicht zu verbinden — ein kleiner Spaziergang für einen großen Komponisten.
Das Ständchen vom 31. März 2024
Am 31. März 2024 wäre Schulz 277 Jahre alt geworden. Die Lüneburger Schlaraffen haben den Tag nicht verstreichen lassen: Sie sangen zunächst vor dem Geburtshaus in der Waagestraße, dann an der Büste am Marienplatz. Auf dem Programm stand unter anderem „Der Mond ist aufgegangen“.
Das Bemerkenswerte daran steht nicht im Programm, sondern in der Wirkung: Vorübergehende blieben stehen und sangen mit. Ein Reych, das dem berühmtesten Musiker seiner Stadt zum Geburtstag ein Lied bringt und dabei die Passanten zum Mitsingen bekommt, muss nicht erklären, was Schlaraffen tun — Humor, Freundschaft und Kunst, genau in dieser Reihenfolge.
Warum das hierher gehört
Schlaraffia spielt hinter verschlossener Burgpforte, und das hat gute Gründe. Aber sie spielt nicht hinter verschlossenen Stadttoren. Das Ständchen für Schulz ist der Vorgang dieses Reyches, der am besten zeigt, wie das gemeint ist: kein Auftritt für sich selbst, sondern eine Ehrung für einen Mann, den diese Stadt hervorgebracht hat — und ein Lied, das die Stadt kennt.
Die Lebensdaten von Johann Abraham Peter Schulz und die Zuschreibung der Melodien — auch die Klarstellung zu „Alle Jahre wieder“ — sind öffentlich nachweisbar. Der Bericht über das Ständchen vom 31. März 2024 mit Geburtshaus, Büste und mitsingenden Passanten folgt der Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 2. April 2024. Namen der beteiligten Sassen nennt diese Seite bewusst nicht, auch nicht den in der Zeitung genannten.