Leute kennenlernen in Lüneburg, wenn man nicht mehr studiert

Eine Stadt, in der ständig jemand ankommt und jemand geht

Lüneburg ist eine Stadt mit hoher Durchlaufgeschwindigkeit. Rund 9.800 Studierende an der Leuphana, dazu Pendler Richtung Hamburg, dazu die vielen, die für ein paar Jahre herziehen. Wer mittendrin steckt, lernt fast automatisch Menschen kennen. Wer nicht mehr mittendrin steckt, merkt schnell, dass genau dieser Automatismus fehlt.

Warum es mit Ende dreißig schwerer wird

Es liegt selten an mangelnder Gelegenheit. Lüneburg hat ein volles Veranstaltungsprogramm, und man kommt hier problemlos ins Gespräch. Es liegt am zweiten Treffen. Man unterhält sich gut, tauscht Nummern, findet einander sympathisch – und dann schreibt keiner. Nicht aus Desinteresse, sondern weil beide einen vollen Kalender haben und niemand den ersten Schritt schuldet.

Was hilft, ist ein Termin, den niemand organisieren muss

Freundschaften entstehen nicht aus guten Gesprächen, sondern aus wiederholten. Dafür braucht es einen Ort, an dem dieselben Menschen ohne Verabredung wieder auftauchen. Nicht monatlich, nicht „wir müssen mal", sondern jede Woche zur selben Zeit.

Am Hasenburger Ring ist das der Dienstag, 19.30 Uhr, von Anfang Oktober bis in den Frühling. Wer kommt, kommt. Wer einmal fehlt, fehlt eben einmal. Genau diese Selbstverständlichkeit ist der Punkt.

Was Sie dort erwartet

Ein Raum, den man von außen nicht vermuten würde: Die Ilmenauburg ist in den ehemaligen Kegelbahnen am Hasenburger Ring 2 eingerichtet, im selben Haus wie das nepalesisch-indische Restaurant Mt. Everest – mit Wappen an der Wand, kleiner Bühne und langer Tafel. Der Abend dauert etwa zweieinhalb Stunden und besteht aus Gedichten, Musik, Vorträgen, viel Gelächter und den Gesprächen dazwischen.

Was jemand mitbringt, ist zweitrangig. Wer etwas beitragen will, trägt bei; wer lieber zuhört, hört zu. Beides zählt gleich viel.

Was Sie nicht erwartet

Keine Vorstellungsrunde, kein Namensschild, keine Frage nach dem Beruf. Niemand prüft Sie, niemand verkauft Ihnen etwas, niemand erwartet nach dem ersten Abend eine Entscheidung.

Der erste Dienstag

Kurz Bescheid sagen, damit jemand an der Tür auf Sie wartet – mehr ist nicht nötig. Der Besuch ist kostenlos und unverbindlich. Und falls es nichts für Sie ist, haben Sie immerhin die einzige Burg Lüneburgs gesehen, die von außen wie ein Gasthaus aussieht.

🦉 Dieser Abend heißt Schlaraffia – ein 1859 in Prag gegründeter Bund, der Humor, Kunst und Freundschaft pflegt. In Lüneburg trägt das Reych den Namen „Auf der Heide" und die Nummer 369.

Machen Sie den ersten Schritt

Kommen Sie als Gast vorbei – kostenlos, unverbindlich und ohne jede Verpflichtung.